Donnerstag, 13. november 2008

bewerbungen sind ja sowohl thema als auch wissenschaft für sich. man kann darüber streiten - und tut es auch.

ein ratgeber straft die zweiten lügen, der personaler widerspricht dem bewerbungscoach und man selbst bleibt dabei über kurz oder lang auf der strecke. obwohl einem ja immer gesagt hat, man soll sich doch bitte mit seiner bewerbung identifizieren können. tja, von wegen! ich habe längst damit aufgehört, mich mit irgendwas bewerbungstechnischem zu identifizieren. ich halte meine anschreiben für unerträgliche anbiederei und meinen lebenslauf für grausam. ich bin nicht stolz auf meine berufliche vergangenheit und ich bin auch nicht stolz auf das, was ich angeblich "kann". eigentlich bin ich gar nicht der mensch, den meine bewerbungen für gewöhnlich widerspiegeln.

und doch habe ich da wohl keine große wahl. ich feile immer wieder an meinem lebenslauf herum, weil man mir das nahelegt. ich versuche, den vorstellungen anderer gerecht zu werden und dabei wenigstens noch einen hauch meines wirklichen ichs zu wahren. ich versuche, mich mit der vorgegebenen marschroute anzufreunden. manchmal gewöhne ich mich mit der zeit ja auch tatsächlich an das, was ich da fabriziert habe. und was habe ich schon alles ausprobiert, nur um den wünschen anderer zu entsprechen. eigentlich macht das bewerben so noch weniger spaß als es das eh schon tut. da werden einem bunte linien oder anderer schnickschnack aufgezwungen und im gleichen atemzug heißt es dann: "sie müssen sich mit ihrer bewerbung identifizieren können." vielleiht kann ich mich aber  nicht damit anfreuen, wenn es da nur noch von albernem schnickschnack wilmmelt. vielleicht ist es mir auch egal, dass der alberne schnickschnack irgendeine psychologische wirkung haben soll.

gerade (und jetzt muss ich hier doch mal ein bisschen jammern und mit der mitleidstour anfangen) als empfänger von ALG II hat man in sachen bewerbung nicht viel zu lachen. natürlich bekommt werden die bewerbungskosten erstattet, aber eben auch nur zu einem teil, nur bis zu einem bestimmten betrag pro jahr und zumindest in meinem fall auch nur unter ganz bestimmten bedingungen. ich soll meine bewerbungen nur mindestens im zehnerpack einreichen und das bitte auch erst dann, wenn ich die absage oder irgendeine andere (schriftliche) rückmeldung vorliegen habe. ich muss also alles erstmal vorschießen und dank unseres bescheuerten postboten auch alle nase lang neue mappen kaufen.
außerdem muss man sich im grunde auch immer noch so ein bisschen davor fürchten, dass die netten leute vom amt (die durchaus auch mal nett und kompetent und toll sein können - aber es eben manchmal auch so gar nicht sind) die eingereichte bewerbung als pseudobewerbung interpretieren und eine kürzung der bezüge veranlassen. denn das ist ja so eine sache mit diesen pseudobewerbungen. als arbeitsloser muss man sich arbeitswillig zeigen und die entsprechenden bemühungen nachweisen. und damit da nichts fehlinterpretiert wird, entspricht die bewerbung dann am ende doch überwiegend den vorstellungen des arbeitsvermittlers.

warum langweile ich mich mit all diesen nutzlosen informationen? weil ich eigentlich eine frage habe.

denn vorhin, auf dem weg in den feierabend, unterhielten wir uns über dieses ewige bewerbungsdrama und sahen uns mit diversen fragen konfrontiert.

was ist besser?

lebenslauf: ausführlich oder doch lieber kurz?
anschreiben: ausführlich, knapp, mit auflistungen oder ohne?
foto: farbe oder schwarz-weiß?
mappe: dreigeteilte faltmappe in gedeckten farben oder doch lieber "durchsichtige" clip-hefter?
stellenanzeigen in der zeitung: sofort abschicken oder lieber wartne, damit die bewerbung nicht im stapel versinkt?
und vor allem: per post oder doch lieber per email?

wie macht ihr das? wie habt ihr das gemacht? wie seht ihr das? und WARUM?
von Claude - veröffentlicht in: bewerbungs [l] / [fr] ust
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